Butterzopf

Wenn man in ein neues Land umzieht, ist man immer neugierig, was das Erste sein wird, was man vom alten Land vermisst. Die Schweizer finden zum Beispiel, dass ihre Cervelats in keinem anderen Land der Welt so gut schmecken wie zuhause. Und Brot ist grundsätzlich immer am besten dort, wo man herkommt. Egal, ob man Schweizer, Franzose oder Deutscher ist.

Also war ich gespannt, was mir hier als Erstes fehlen wird. Ein bisschen enttäuscht war ich dann schon, dass es etwas so Banales wie die Zahnpasta ist. Überraschenderweise gibt es die Zahnpasta-Marke, die ich schon seit Jahren benutze, in Norwegen nicht.

Auch eine Zwetschgen- oder Aprikosenwähe kann man hier im Winter nur schwer backen, ausser man hat m Sommer Vorräte iangehäuft. Ich habe zumindest keine gefrorenen Zwetschgen oder Aprikosen im Einkaufszentrums gefunden.

Dass man hier auch Butterzopf – ein typisch schweizerisches Sonntagsgebäck – nicht kaufen kann, war mir schon klar. Also habe ich mich am Ostersonntag entschieden, selbst einen Butterzopf zu backen. Schliesslich braucht man nichts anderes als Mehl, Butter, Hefe, Milch und Internet (Internet nur dann, wenn man nicht auf Anhieb weiss, wie ein Butterzopf geflochten wird ...) und der Butterzopf gelingt und ist genau so luftig, wie man ihn kennt.

Und die Pointe dieser Geschichte? Vielleicht, dass es trotz der Globalisierung doch auch innerhalb von Europa viel Regionales gibt. Heute – am Ostermontag – werden zum Beispiel die Mädchen in Tschechien nach einem alten Brauch mit einer Haselnussrute gejagt... Aber das ist eine andere Geschichte.

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